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Videomarketing Talk: Interview mit Thomas Auinger von Runtastic

Thomas Auinger Head of Video Runtastic on viralvideo.at

Runtastic ist nicht erst seit der Übernahme durch adidas ein Begriff in der Startup-Welt. Das in Oberösterreich ansässige Unternehmen ist seit Jahren in den Top-Charts der App-Stores zu finden und feierte vor kurzem den 150-millionsten App-Download. Runtastic leistet sich als Teil seines Design-Departments ein aktuell fünfköpfiges Media Team. Dieses produziert sowohl Content für die Apps an sich – wie zum Beispiel in der eben gelaunchten Runtastic Results App –, als auch die Videos, die für Video-Marketing und Advertising eingesetzt werden. Die Strategie setzt neben Promotion-Videos auf Content-Marketing in Form eines eigenen Fitness-Channels, sowie vermehrt auf Videoadvertising. Ich habe mich mit Thomas Auinger, Head of Media, über Runtastic’s Videostrategie, den Trend zu Video-Advertising und Zukunftspläne im Bereich Bewegtbild unterhalten.

Thomas, ihr setzt auf euren Youtube-Channels zum einen auf Content-Marketing in Form eines umfangreichen Fitness-Channels, auf der anderen Seite nutzt ihr Youtube für die Promotion neuer Produkte. Kannst du mir die Strategie dahinter erläutern?

Im Moment haben wir zwei aktive Youtube-Channels, wobei Runtastic Fitness der aktivere ist. Diesen nutzen wir vor allem für Content-Marketing bzw. Branded Entertainment in Form einer umfangreichen Serie an Fitness-Videos, die wir gemeinsam mit unserem Fitness-Coach Lunden Souza produzieren. Weiters launchen wir hier eigens produzierte Content-Formate wie z.B. “Seal the Deal”. Den allgemeinen Channel nutzen wir vor allem für Promotions-Zwecke. Hier werden neue Produkt- bzw. Promo-Videos veröffentlicht, wie z.B. das für Runtastic Results.

Wie sieht eure Video-Strategie abseits von Youtube aus?

Wir starten gerade mit Facebook-Video-Ads und schauen, welche Ansätze für uns am besten funktionieren. Das ist der erste Kanal, auf dem sich der ROI unserer Aktivitäten direkt messen lässt, auf anderen Kanälen ist das relativ schwer. Auf Facebook sehen wir 1:1 wie es funktioniert: Bringt eine ausgespielte Ad einen App-Download oder nicht? Wir targeten auf verschiedene Zielgruppen. Derzeit bereiten wir 15 bis 20 Clips von je neun Sekunden für unsere Results-App vor und werden in Kürze mit der Ausspielung beginnen. Nach einem gewissen Zeitraum werden diese dann angepasst. Vom Wording, von den Kameraeinstellungen, auch von der Länge. Wir messen und optimieren laufend.

Werden die Videos auf eurem Youtube-Kanal suchmaschinenoptimiert?

Das ist ein sehr wichtiges Thema für uns und wird bei jedem Video gemacht. Wir sehen das an einigen Beispielen. Seit ich bei Runtastic vor dreieinhalb Jahren angefangen und den ersten Youtube-Channel gestartet habe, ist einiges an Zeit verstrichen. Das heißt, wir haben in der Zwischenzeit sehr relevante Daten. Spannend zu sehen war zum Beispiel, dass unser Video zu Stand-Up-Paddling durch geschickt gesetzte Tags relativ weit oben rankt, was dazu führt, dass wir sehr guten und konstanten Reach darauf bekommen. Das Video steht aktuell bei knapp 170.000 Views.

Ihr habt mehr als 80.000 Youtube-Subscriber. War der Aufbau stetig oder hat es Peaks gegeben?

Es war eine stetige Entwicklung. Was man aber auf jeden Fall sagen muss ist, dass wir unsere internen Marketingkanäle dafür genutzt haben. Wir haben immer wieder Newsletter, die produktbezogen waren, zur Bewerbung des Youtube-Channels genutzt. Aber auch unsere anderen Kanäle wie Facebook, Twitter sind in der Promotion des Channels sehr wichtig. Aktuell arbeiten wir an einer Influencer Kampagne und wollen sowohl den Youtube Channel als auch die neue Results-App bestmöglich kommunizieren. Die Results-App ist ja auch videobasiert, da sind 120 Videos drinnen. Wir werden das bewerben und anführen, dass man bei der Subscription des Youtube-Channels die ersten Videos bereits sehen kann. Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klatsche.

Zurück zum Thema “Seal the Deal”. War der Rapid-Deal für Seal the Deal schon vor der adidas-Übernahme geplant?

Lustig, dass du das fragst. Das hatte nichts mit dem adidas-Deal zu tun. Wir hatten vorher schon gute Connections zu Rapid und das hat sich dann vom Timing gut ergeben.

“Rapid ist zwar in Österreich ein Name und war daher ein sehr guter Start. In Zukunft wollen wir aber mit sehr viel bekannteren Leuten arbeiten. Ganz optimistisch gedacht, könnten wir über adidas mit Lionel Messi oder Pharell ein Video machen. Wenn der das auf Facebook oder Instagram postet, hat das ganz anderen Reach und das ist das Ziel des Formats.”

Wie ist “Seal the Deal” so weit angekommen?

Was die Views betrifft, ist das Format auf jeden Fall ausbaufähig. Da ist noch Luft nach oben. Das braucht eine Weile und wir haben jetzt einmal in kleinerem Rahmen angefangen, auch kostentechnisch. Rapid ist zwar in Österreich ein Name und war daher ein sehr guter Start. In Zukunft wollen wir aber mit sehr viel bekannteren Leuten arbeiten. Ganz optimistisch gedacht, könnten wir über adidas mit Lionel Messi oder Pharell ein Video machen. Wenn einer davon das auf Facebook oder Instagram postet, hat das ganz anderen Reach und das ist das Ziel des Formats – große Namen reinholen und dadurch das Format bekannt machen.

Hast du aus eurer Erfahrung generelle Tipps für die Optimierung von Youtube-Channels?

Neben dem allgemein Bekannten wie der Optimierung von Thumbnails, Titel und Tags, kann ich aus Erfahrung zwei Dinge nennen. Zum einen sollte ein Youtube-Channel kommunizieren, dass regelmäßig etwas Neues kommt. Wenn man sich für ein Format entscheidet, sollte man dieses über einen gewissen Zeitraum durchziehen. Und nicht nach drei, vier Versuchen sagen: “Hey, das lassen wir gleich wieder bleiben”. Es braucht einfach eine Zeit, bis sich ein Format durchsetzt. Bei uns ist gerade “Seal the Deal” so ein Format, das muss sich erst entwickeln und ich bin sehr zuversichtlich, dass es dann funktionieren wird. Auch der Versuch, in die Nische zu gehen, das ist Standard-Wissen, aber das bestätigt sich immer wieder. Stand-Up-Paddling z.B. ist nichts, was wir anbieten. Man kann es zwar mit Runtastic tracken, aber es gibt keine eigene App dafür. Wenn man aber guten Content produziert, der so eine Nische bedient und diesen dementsprechend optimiert mit einem guten Thumbnail und guten Tags, dann ist das über einen längeren Zeitraum immer wieder sehr gut. Denn so bekommt man Zuseher und “in the long run” auch User.

Welche Maßnahmen sind für euch in naher Zukunft besonders wichtig?

Video-Advertising ist definitiv ein wichtiges Thema, da sind Facebook und Instagram sehr spannend. Wobei ich Instagram sogar vorziehen würde, weil die Plattform an sich sehr interessant ist und sich viel tut. Bei Facebook hat man gerade mitbekommen, wie die Zahlen zusammenkommen. Ein View wird ab drei Sekunden gezählt, selbst wenn ohne Sound geschaut wird. Da ist aber sicher auch einiges an Potenzial da. Es wird wohl ein Mix aus allem werden.

“Man sollte nicht in den Bereich Videomarketing gehen, nur weil es angesagt ist, sondern weil es Spaß macht, es einen Bezug dazu gibt und für die Marketingstrategie des Unternehmens Sinn macht.”

Hast du einen Ratschlag für Startups, die im Bereich Video starten wollen und keine großen Marketing-Budgets haben?

Ein Punkt ist mit Sicherheit, dass der Production Value definitiv nicht das Wichtigste ist. Wichtiger ist die Message, die du rüberbringst und dass du authentisch bist. Ein gutes Konzept und eine gute Story schlägt alles. Von da weg konstant bleiben und sich stetig weiterentwickeln. Das ist im Prinzip, was wir gemacht haben. Lunden, unser Fitnesscoach, hat sich am Anfang selbst mit einer GoPro und einem kleinen Stativ gefilmt, das Rohmaterial in die Dropbox geladen und mir geschickt. Ich habe das in zehn Minuten geschnitten und hochgeladen. Mittlerweile sind wir so weit, dass wir mit drei bis vier Leuten ausrücken und hochwertigere Videos produzieren. Das Wichtigste ist aber nach wie vor, dass man Spaß an der Sache hat und dann einfach macht und die Geschichte nie aus den Augen lässt. Man sollte nicht in den Bereich Videomarketing gehen, nur weil es angesagt ist, sondern weil es Spaß macht, es einen Bezug dazu gibt und für die Marketingstrategie des Unternehmens Sinn macht.

Produziert ihr alle Videos selbst?

Den großen Teil der Videos produzieren wir inhouse. Wir sind sehr gut aufgestellt, mein Team besteht aus vier Leuten. Angefangen von 3D über 2D, Schnitt und Audio – all unsere Musik kommt beispielsweise zur Gänze von unserem Audiodesigner. Für Results haben wir in dem Fall über 4000 Videos in 13 Sprachen produziert. Da haben wir dann für den Dreh selbst eine externe Produktionsfirma herangezogen, weil wir in 4K & 5K gedreht haben und nicht entsprechend ausgestattet sind. Kamerakran, Licht-Setup etc. So mega sind wir noch nicht aufgestellt, da greifen wir dann gerne extern auf zusätzlichen Support zurück. Die Post-Produktion läuft aber großteils inhouse.

Habt ihr aufgrund des großen Aufwands der Results-App das Video-Team aufgebaut?

Nein, das war schon davor. Ich war ab Mitte 2012 bei Runtastic für Video zuständig. Ich habe damals das erste Video gemacht. Das war ein Runtastic Android-Feature, das ist ziemlich eingeschlagen. Es steht bei ca. 1,3 Millionen Views. Das hat gut funktioniert: Wir haben gesehen, dass Video wichtig ist und sind stetig gewachsen. Mittlerweile sind wir eben fünf Leute. Unser Ziel ist, regelmäßig neuen Content zu liefern. Video ist dabei das Um und Auf. Derzeit sind wir aber definitiv auf der Suche nach Verstärkung.

Welche Youtube-Channels ziehst du als Inspiration heran?

(Lacht) Lass mich mal kurz nachschauen … Natürlich verfolge ich die Kanäle unserer Konzernmutter adidas. Ich habe aber schon vorher interessant gefunden, was große Sportmarken machen. Der Reebok-Crossfit Channel zum Beispiel ist auch spannend. Das von Seiten der Companies. Devin Supertramp finde ich sensationell. Vice finde ich spannend, vor allem Munchies. Das Format ist cool. Und dann Review-Channels. The Ginger Runner z.B., der Laufschuhe reviewed. DREAMA TV schau ich mir natürlich auch immer an, dazu noch gerne Noisey und Big Think. Und die Klassiker, GoPro und Red Bull.

Um zum Abschluss zu kommen – ihr geht gerade in Richtung High-Gloss-Look. Ist es für euch möglich, “dirty” Sachen zu machen, die ausbrechen aus dem Konzept, auch nach dem Kauf von adidas?

Ja, das ist definitiv möglich. Es ist eine klare Ansage, dass wir eine eigenständige Einheit der adidas Group sind und unseren Spielraum haben. Wir sind sehr aufgeschlossen, neue Sachen auszuprobieren.

Danke für das Interview.

 

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